MaYa on Tour

Nagasaki

Von Hiroshima ging es passenderweise nach Nagasaki :)

Auch hier gibt es einen Friedenspark und ein Atombomben-Museum doch ansonsten waren die beiden Städte wider erwartend sehr verschieden. Stand in Hiroshima noch ein ganzes zerstörtes Gebäudeteil ragten hier nur noch die Grundmauern wenige Zentimeter aus dem Boden. Besonders interessant fanden wir es, dass der genaue Explosionsort der Atombombe gezeigt wurde und zu erkennen war wie das Erdniveau durch Geröll der zerstörten Gebäude und durch Hitze aneinander geschmolzene Teile um mehrere Meter angehoben wurde.

Natürlich galt es in Nagasaki auch den Sofukuji-Tempel und die Ausländerinseln (Dejima) anzusehen. Die Dejima ist eine Insel in der Bucht von Nagasaki, die während der Edo-Zeit (so um 1600 n. Chr.) der einzige Ort war, an dem direkter Handels zwischen Japan und dem Ausland stattfand. Sie ist jedoch keine natürliche Insel sondern wurde von japanischen Kaufleuten aufgeschüttet da Ausländer zu jener Zeit Japan nicht betreten durften. Die Geschichte die hinter der Insel steckte war daher wirklich interessant und man konnte viele Gebäude betreten und Gerätschaften bewundern.

Nachdem wir auch die Chinatown von Nagasaki angesehen und auf der Hamano-Machi-Shopping-Street viel zu viel Quatsch gekauft haben, machten wir uns auf den Weg zum großen YouMe-Center neben unserem Hostel.

Aber nicht um noch mehr einzukaufen, sondern weil heute ein besonderer Tag ist: Zum Ende der Obon-Feiertage werden die in diesem Jahr verstorbenen Geister, die während Obon zu Besuch waren, wieder nach Hause geschickt. Um dies zu bewerkstelligen bauen die Familienangehörigen dem/der Verstorbenen ein (meist) prachtvolles Boot und weisen ihnen mit jeder Menge Krach den Weg ins Wasser, welches als Passage in ihre Welt dient.

Manche übertreiben es auch, einer hatte z. B. ein Boot für seine KATZE. Noch vor einigen Jahren wurden die Boote ins Meer gesetzt und galten als Transportmittel der Geister. Doch da dies zu großer Umweltverschmutzung geführt hat, wurde das Schwimmenlassen der Boote auf Druck der Regierung verboten. Das bedeutet nun müssen die Geister selbst schwimmen und die wunderschön beleuchteten Boote werden anstatt ins Wasser würdevoll zur nächsten Mülldeponie getragen und dort massenvernichtet.

Ziemlich traurig wenn man sieht wie der Kran ein Schmuckstück nach dem anderen zerschmettert. Dennoch war das Fest wirklich cool und interessant anzusehen :)

 

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